{"id":953,"date":"2026-05-06T18:20:17","date_gmt":"2026-05-06T18:20:17","guid":{"rendered":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/?page_id=953"},"modified":"2026-05-07T16:31:01","modified_gmt":"2026-05-07T16:31:01","slug":"josef-rossak","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/?page_id=953","title":{"rendered":"Josef Rossak"},"content":{"rendered":"<p>Die Geschichte von Josef \u2013 zwei Nieren, zwei Chancen, ein Leben voller St\u00e4rke<br \/>\nIch Josef, geboren im November 1951 in Marktl, war mein Leben lang ein aktiver,<br \/>\nlebensfroher und bodenst\u00e4ndiger Mann. Verheiratet, fest verwurzelt im Leben, voller Pl\u00e4ne und mit einer gro\u00dfen Liebe zur Natur. Wandern, Gemeinschaft, Vereine, mein tiefer Glaube \u2013all das geh\u00f6rte zu mir wie das Atmen selbst.<br \/>\nDoch im M\u00e4rz 1992 \u00e4nderte sich alles. Eine schwere Blutvergiftung f\u00fchrte zum Beginn der akuten Dialyse. Ein Wort, das f\u00fcr viele wie ein Bruch im Leben klingt, wurde f\u00fcr mich Realit\u00e4t. Was eben noch selbstverst\u00e4ndlich war \u2013 Kraft, Freiheit, Unabh\u00e4ngigkeit \u2013 wurde pl\u00f6tzlich durch Maschinen ersetzt, durch regelm\u00e4\u00dfige Behandlungen, durch ein neues, fremdes Alltagsritual. Trotzdem gab ich nicht auf.<br \/>\nDrei Jahre lang stellte ich mich der Heimdialyse. Tag f\u00fcr Tag, mit Disziplin und Ruhe. Ich<br \/>\nlernte, mit der Situation zu leben, sie zu akzeptieren, ohne mich ihr zu ergeben. Und vertrug sie gut \u2013 nicht nur k\u00f6rperlich, sondern auch seelisch. Denn ich war jemand, der nicht im Problem verharrte, sondern im Leben blieb.<br \/>\nOhne meine Frau h\u00e4tte ich das alles nie geschafft. Sie hat mir regelm\u00e4\u00dfig die Nadeln f\u00fcr die Dialyse gesetzt und mir die Sicherheit gegeben, die Heimdialyse \u00fcberhaupt durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Trotz ihrer eigenen Belastung \u2013 ihrer Arbeit in der Apotheke und der Pflege ihrer Mutter \u2013 war sie immer an meiner Seite und mein gr\u00f6\u00dfter Halt.<br \/>\nDann kam der 22. auf den 23. M\u00e4rz 1995 \u2013 ein Datum, das sich tief in meine Geschichte einpr\u00e4gte. Die erste Nierentransplantation. Ein Moment zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Schmerz und Erwartung.<br \/>\nDoch der Weg war schwer. Die geschenkte Niere wollte nicht sofort arbeiten, sie \u201esprang sp\u00e4t an\u201c, wie die \u00c4rzte sagten. F\u00fcr mich bedeutete das Wochen des Wartens, des Hoffens, des Durchhaltens. Erst am 25. Juli 1995 konnte ich endlich die Klinik \u201eRechts der Isar\u201c verlassen. Ein langer Weg zur\u00fcck ins Leben \u2013 aber ich ging ihn.<br \/>\nUnd ich ging weiter. Ich blieb nicht stehen, wurde aktiv in der Selbsthilfegruppe Dialysepatienten und Transplantierte Alt\u00f6tting e.V. Ich wusste wie es sich anf\u00fchlt, wenn das Leben aus der Bahn ger\u00e4t \u2013 und genau deshalb wollte ich anderen helfen, ihren Weg nicht allein zu gehen. Sp\u00e4ter \u00fcbernahm ich sogar Verantwortung im Vorstand. Aus einem Patienten wurde ein Unterst\u00fctzer, aus einem Betroffenen ein Gestalter.<br \/>\nZwischen all dem blieb ich ich selbst: naturverbunden, wanderfreudig, ein Mann der Vereine, der Gemeinschaft und der Gespr\u00e4che. Drau\u00dfen in den Bergen fand ich Ruhe, Kraft und Dankbarkeit.<br \/>\nViele Jahre funktionierte die transplantierte Niere gut. Ein stilles Geschenk, das mir Zeit<br \/>\nschenkte \u2013 bis Anfang Juni 2014. Dann begann ein neuer schwerer Abschnitt: erneut Dialyse. Am 4. Juli 2014 startete die Behandlung in der Dialysestation Alt\u00f6tting. Fast sieben Jahre lang lebte ich wieder mit der Maschine, mit der Geduld, mit der Hoffnung, und dem Glauben, dass ich noch einmal eine Chance bekommen k\u00f6nnte.<br \/>\nUnd sie kam. Am 15. Januar 2021 erhielt ich meine zweite Nierentransplantation im Klinikum \u201eRechts der Isar\u201c. Wieder ein Eingriff, wieder ein banges Warten \u2013 aber auch wieder Hoffnung. Bereits am 28. Januar 2021 konnte ich entlassen werden.<br \/>\nUnd dieses Mal war es anders. Die neue Niere funktionierte sehr gut. Und sie arbeitet bis heute zuverl\u00e4ssig. Wenn ich heute auf mein Leben schaue, sehe ich H\u00f6hen und Tiefen, Krankheit und Heilung, Angst und Hoffnung. Aber vor allem sehe ich einen Weg, der mich immer wieder getragen hat. Meinen Glauben.<br \/>\nEr war nie laut, aber immer da. In jedem Krankenhauszimmer, in jeder Dialyse, in jeder Nacht des Wartens.<br \/>\nHeute bin ich nicht nur ein Mensch mit einer medizinischen Geschichte. Ich bin ein Mensch mit zwei Nierentransplantationen, mit Jahrzehnten zwischen Dialyse und Hoffnung, zwischen R\u00fcckschl\u00e4gen und Neubeginnen. Und vor allem bin ich jemand, der gezeigt hat, dass Leben nicht linear verl\u00e4uft \u2013 sondern manchmal durch tiefe T\u00e4ler geht, ohne dass es seinen Wert verliert.<br \/>\nMeine Geschichte ist keine von \u201enur \u00dcberleben\u201c, sondern eine von Durchhalten, Mitgestalten und Weitergehen.<br \/>\nUnd vielleicht ist genau, dass das Beeindruckendste an mir:<br \/>\nIch habe nie aufgeh\u00f6rt, wirklich zu leben und dankbar zu sein f\u00fcr die beiden Organspender und ihre Angeh\u00f6rigen und vor allem meiner Lieben Frau f\u00fcr das beistehen in allen H\u00f6hen und Tiefen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/?page_id=105\">Zur\u00fcck<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte von Josef \u2013 zwei Nieren, zwei Chancen, ein Leben voller St\u00e4rke Ich Josef, geboren im November 1951 in Marktl, war mein Leben lang ein aktiver, lebensfroher und bodenst\u00e4ndiger Mann. Verheiratet, fest verwurzelt im Leben, voller Pl\u00e4ne und mit &hellip; <a href=\"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/?page_id=953\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":105,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-953","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/953","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=953"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/953\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1041,"href":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/953\/revisions\/1041"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/105"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/dialyse-organ-aoe.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=953"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}